Praxis für Physiotherapie Hans Hess

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News

Karpaltunnelsyndrom, Behandlung durch die Ergotherapie

Der mittlere Nerv im Handwurzelkanal, zwischen Hand und Arm, im Handgelenk wird eingeengt oder gequetscht. Durch diese Einengung oder Quetschung dieses Medianus-Nervs entstehen Schmerzen, die auf viele Funktionen der Hand Auswirkungen haben. Hervorgerufen wird dieser Nerven-Engpass durch verschiedenste Beugebewegungen, Ansammlung von Wasser im Bindegewebe, sowie eine Schwellung des Karpalbandes. Natürlich sind das nicht die einzigen Auslöser, die zu Schmerzen, Kribbeln, Empfindungsunfähigkeit der Finger und zu einer ungewollten Steuerung der Hand- und Fingermuskulatur führen. Denn es befinden sich über diesem Mittelnerv Sehnen und Fingerbeugemuskulatur, die vom Arm aus durch eine Bindegewebsplatte zur Hand geführt werden. Somit erklärt sich dieses Syndrom, dass bei einer Schwellung dieser innen liegenden Nerven, Bänder, Sehnen und der Muskulatur einen Platzmangel verursacht und die Quetschung eine Bewegungseinschränkung und Schmerzen mit sich bringt. So entstehen Nervenleitstörungen, die zu diesem gefürchteten Krankheitsbild des Karpaltunnelsyndrom führen.

Taubheitsgefühle, Kribbeln, eingeschlafene Finger, die Kraft in der Fingermuskulatur nimmt ab, Sensibilitätsstörungen, all dies sind Anzeichen, die dieses Syndrom untermalen.

Sollte es operativ bearbeitet werden? Auf jeden Fall nicht sofort, denn es gibt Ergotherapeuten, die in der Lage sind, durch die verschiedensten Therapien eine Linderung, Verbesserung oder sogar eine komplette Beseitigung der Symptome zu erreichen.

Warten Sie mit der Behandlung nicht zu lange, damit der Nerv nicht zu stark geschädigt wird. Sprechen Sie so bald als möglich mit ihrem Arzt über das Heilmittel der Ergotherapie und schildern Sie ihm Ihre Probleme. Mit ihrem Rezept suchen Sie sich jetzt einen Ergotherapeuten Ihres Vertrauens.

So geht gesunder Rücken

Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren, sondern treten erst im Laufe des Lebens auf. Das gilt auch für Rückenbeschwerden. Was vielen nicht bewusst ist: Wer im Alltag ganz natürlich seinen Rücken stärkt, kann Rücken- oder Nackenschmerzen vorbeugen. Und das Risiko an einem Wirbelsäulenleiden zu erkranken, ist nicht zu unterschätzen. Immerhin klagen in Deutschland über 80 Prozent der Menschen über Schmerzen im Rücken. Im Alter nehmen Häufigkeit und Intensität der Beschwerden meist stark zu und ziehen weitere Erkrankungen nach sich. Viele Rückenschmerzen ließen sich durch eine rückengesunde Lebensweise vermeiden.  

Eine starke Rumpfmuskulatur und die Vermeidung von Fehl- oder Überbelastung sind die besten Voraussetzungen für einen gesunden Rücken. „Daher sollten wir unserem Rücken optimale Bedingungen bieten, und dies am besten rund um die Uhr ob am Arbeitsplatz oder im Schlafzimmer“, sagt Boris Thomas, Geschäftsführer von Lattoflex. „Und es lohnt sich: Denn ein starker Rücken bildet das Fundament für eine gesunde und aktive Lebensweise. Er steht für Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.“
Ganz natürlich den Rücken gesund halten - 5 Tipps für den Tag Der Mensch ist auf ein Leben in Bewegung und Aktivität ausgerichtet. Seine Anatomie eignet sich, um zu laufen, zu springen und zu hüpfen. Mit körperlicher Inaktivität hingegen schaden wir unserem gesamten Organismus. So gestalten Sie Ihren Tag rückengesund:

Tipp 1: Jede Bewegung zählt
Nutzen Sie jede Chance, um sich im Alltag zu bewegen. Denn durch die Bewegung trainieren Sie die Muskulatur und mobilisieren die Gelenke. Nehmen Sie die Treppe, wann immer es geht. Gehen Sie kurze Strecken auch mal zu Fuß. Verabreden Sie sich mit Freunden zum Spazierengehen oder zum Fahrradfahren anstatt im Café.
 
Tipp 2: Auf eine aufrechte Körperhaltung achten – auch am Smartphone
Um unnötigen Druck auf die Bandscheiben und Gelenke zu vermeiden, entlasten Sie die Wirbelsäule am besten durch eine aufrechte Körperhaltung. Insbesondere Smartphone-Vielnutzer belasten den Nacken- und Schulterbereich oftmals über Gebühr: Den Kopf über das Display geneigt, der Rücken gekrümmt. Verwenden Sie Handys und Tablets so kurz wie möglich oder legen Sie Pausen ein. So bleiben Arme und Nacken entspannt. Achten Sie auf den Neigungswinkel des Kopfes. Die Komfortzone liegt bei von maximal 20 Grad.
 
Tipp 3: Aktiv und dynamisch sitzen
Aber auch Dauersitzen ist Gift für den Körper. Wer zu viel und zu lange sitzt ­ am Arbeitsplatz oder auf dem Sofa - erhöht sein Risiko für Rückenschmerzen. Sitzen Sie dynamisch und ändern Sie häufiger Ihre Sitzposition: Mal vorgeneigt, mal zurückgelehnt, mal aufrecht, mal "gelümmelt". Das hält Ihren Rücken gesund. Stehen Sie ca. drei Mal pro Stunde auf, dehnen und strecken Sie sich oder gehen Sie ein paar Schritte herum. Platzieren Sie Telefon, Drucker und andere Geräte so, dass Sie aufstehen müssen, um sie zu nutzen.
 
Tipp 4: Dem Lotusblüten-Prinzip folgen
Muskeln können unter Stress verspannen und Nackenschmerzen verursachen. Lernen Sie daher Stress zu vermeiden und folgen Sie dem Lotusblüten-Prinzip:  Die Lotusblüte unterscheidet, welche Einflüsse von außen als „positiv“ markiert und zugelassen werden – und welche nicht. Lassen Sie Informationen, die Sie verwerten können und die Ihnen guttun, an sich heran, und schützen Sie sich und Ihren Rücken, indem Sie Ärger, Konflikte und schlechte Beziehungen an sich abperlen lassen.
 
Tipp 5: Rücken- und Bauchmuskulatur stärken und dehnen
Treiben Sie rückenfreundliche Sportarten und stärken Sie gezielt Ihre Rumpfmuskulatur. Dazu sind keine sportlichen Höchstleistungen nötig. Treffen Sie sich mit Familie oder Freunden zum Nordic Walking, Tanzen oder Radfahren. Auch Wassersport wie Rücken- und Kraulschwimmen, Aquagymnastik oder Stand-up-Paddling stärken den Rücken. Ihnen fehlt die Zeit für sportliche Aktivitäten? Dann machen Sie doch ein kurzes Rücken-Workout. Im Internet finden Sie dazu zahlreiche Anleitungen und Videos. Vergessen Sie nicht die “verkürzten” Muskeln wie den Hüftbeuger, den unteren Rücken oder hinteren Oberschenkel zu dehnen, um Steifigkeit und Unbeweglichkeit vorzubeugen.
Sich rückengesund betten - 5 Tipps für die Nacht Am Tag ist die Wirbelsäule extremen Belastungen ausgesetzt. Die beste Zeit zur Regeneration von Muskeln und Wirbelsäule ist die Nacht. Da kein Körper dem anderen gleicht, sollte das Bett individuell anpassbar und einstellbar sein. Hier sind unsere 5 Tipps, was Sie nachts tun können, um den Rücken gesund zu halten:

Tipp 1: Lattenrost optimal einstellen
Oft wird der Lattenrost außer Acht gelassen, doch das zu Unrecht. Die Unterfederung beeinflusst die Festigkeit der Matratze bis zu 40 Prozent und bestimmt maßgeblich das Liegegefühl. Daher ist es sinnvoll, Lattenrost und Matratze aufeinander abzustimmen. Um Verspannungen und Kopfschmerzen vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, dass die Schulter optimal in die Matratze einsinken kann. Idealerweise passt sich die Unterfederung automatisch an unterschiedliche Körperformen und -gewichte an und ermöglicht gleichzeitig eine individuelle Feineinstellung. Das gilt auch, wenn man die Schlafposition ändert. Das heißt in Seitenlage sinken Schulter und Becken mühelos ein. Die Wirbelsäule bildet eine gerade Linie. In Rückenlage sinken Schulter- und Beckenpartie so ein, wie es der Haltung des aufrechtstehenden Menschen entspricht.
 
Tipp 2: Stützende Matratze nutzen
Um eine entlastende Körperhaltung zu begünstigen, sollte auch die Matratze den Rumpf optimal stützen. Nur eine ergonomische Matratze verteilt das Druckgewicht des Körpers gleichmäßig. Sie stützt und entlastet die Wirbelsäule, genau dort, wo man es braucht. Liegt die Wirbelsäule in allen Schlafpositionen gemäß ihrer Naturform, kann sie samt Muskulatur nachts wirksam entspannen. Wichtig ist dabei vor allem eine Unterstützung im Lendenwirbelbereich.
 
Tipp 3: Nackenstützkissen verwenden
Ein Nackenstützkissen kann zusätzlich zur Entspannung der Nackenmuskulatur beitragen. Wer gerne auf der Seite schläft, profitiert von einem Seitenschläferkissen. Es hält das Becken gerade, da die Knie nicht direkt aufeinander liegen. Der Rücken nimmt eine bessere Position ein.
 
Tipp 4: Entlastend liegen
Liegen entlastet Muskeln, Bänder, Bandscheiben und Wirbel. Die ideale Liegeposition ist die, in der unser Körper am wenigsten belastet wird, ganz gleich ob in Rücken-, Bauch- oder Seitenlage. Das kann individuell verschieden sein. Ein Schläfer verändert rund 40- bis 60-mal in der Nacht seine Körperhaltung. Keine bietet über lange Zeit vollkommene Entspannung. Jede aber entlastet im Verhältnis zur vorherigen und zur Tagesbelastung. Wichtig ist, dass das Bett diese natürlichen Bewegungen zulässt. Denn bewegt man sich im Schlaf übermäßig oder zu wenig, kann der Schlaf unruhig oder starr sein.
 
Tipp 5: Eine entspannte Schlafqualität fördern
Damit Wirbelsäule und Muskulatur optimal regenerieren können, ist es wichtig, dass der Körper wirklich zur Ruhe kommt. Gut durchgelüftet, Temperaturen zwischen 16 Grad Celsius und 18 Grad Celsius, Ruhe und Licht aus: So sollte ein Schlafzimmer idealerweise beim Zubettgehen aussehen. Manch einem helfen auch Einschlafrituale, um leichter in den Schlaf zu finden. Entscheidend wirkt sich auch die Gestaltung der Abendstunden auf die Schlafqualität aus. Nach etwa 19.00 Uhr sollte man intensive Aktivitäten, egal ob körperlich oder geistig, vermeiden. Dazu gehören Sport, schwere Mahlzeiten, koffeinhaltige Getränke, Alkohol, Nikotin und Bildschirmnutzung.

Gesundheits-Apps bleiben hinter Erwartungen zurück

Beim Einsatz von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie etwa zertifizierten Gesundheits-Apps gibt es nach wie vor viele Unsicherheiten. Das ist das zentrale Ergebnis des diesjährigen Barmer-Arztreports. Er basiert neben Routinedaten auf Umfragen unter mehr als 1.700 Patientinnen und Patienten sowie unter 1.000 Ärztinnen, Ärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Patientenkontakt. Obwohl die Verordnung von DiGA seit Herbst 2020 auf Kassenkosten möglich ist, sind sie dem Arztreport zufolge noch lange nicht in der medizinischen Versorgung Deutschlands angekommen. In zwölf Monaten vor der Befragung Ende 2023 hatten 44 Prozent der Behandelnden keine DiGA verordnet, ein Drittel bescheinigte sich selbst einen schlechten Kenntnisstand zum Thema. „Digitale Gesundheitsanwendungen sind für viele Menschen immer noch eine Blackbox. Zu wenig Detailwissen und falsche Erwartungen führen dazu, dass DiGA zurückhaltend verordnet werden und deren Einsatz oftmals vorzeitig abgebrochen wird“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Prof. Dr. med. Christoph Straub. Zu kurz genutzte DiGA verursachten jedoch Kosten ohne einen nennenswerten Nutzen. Deshalb brauche es für die Versicherten einen Testzeitraum von 14 Tagen anstatt der bislang gängigen Verordnung über 90 Tage.

Mehr als jeder Dritte bricht DiGA-Einsatz vorzeitig ab Unter den mehr als 1.700 für den Arztreport befragten Versicherten nutzten etwa 600 Personen den digitalen Helfer nicht über die vorgesehene Erstanwendungsdauer von 90 Tagen, darunter 230 weniger als einen Monat. „Die Inhalte der digitalen Anwendungen müssen unbedingt einheitlich und verständlicher als bislang im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte dargestellt werden“, forderte Straub. Davon würden sowohl die Leistungserbringenden als auch die Patientinnen und Patienten profitieren, und dies würde letztlich dazu beitragen, dass die Hürden beim Einsatz abgebaut werden und DiGA in der Versorgung ankommen. „Der Einsatz von DiGA steckt noch in den Kinderschuhen. Auf längere Sicht können sie aber ein wertvoller Bestandteil in der Versorgung der Patientinnen und Patienten werden. Das Fundament hierfür ist mehr Transparenz“, sagte Prof. Dr. med. Joachim Szecsenyi, Autor des Arztreports und Geschäftsführer des aQua-Instituts in Göttingen.

DiGA vor allem für Menschen im erwerbsfähigen Alter Den Analysen der Barmer zufolge sind DiGA noch nicht in allen Bevölkerungsgruppen angekommen. Sie werden zum Beispiel vor allem Menschen im erwerbsfähigen Alter verordnet. „Geringe Verordnungsraten bei Jüngeren resultieren aus dem oftmals für DiGA-Anwendungen geforderten Mindestalter von 18 Jahren. Niedrige Verordnungsraten bei Menschen jenseits des 70. Lebensjahres deuten auf eine bislang geringere Affinität zu digitalen Anwendungen hin“, so Szecsenyi. DiGA stünden bislang zudem erst nur für wenige Erkrankungen zur Verfügung. Dazu zählten unter anderem Depression, Adipositas, Tinnitus und Krankheiten des Bewegungsapparats.

Digital affine Behandler verordnen mehr DiGA Insgesamt zeichnet die Barmer-Umfrage unter Behandlerinnen und Behandlern ein positives Bild zu DiGA. 47 Prozent der Verordnerinnen und Verordner sind der Meinung, dass eine DiGA die Behandlung häufig oder sehr häufig sinnvoll unterstützt. Nicht zuletzt spielen offenbar auch eigene Erfahrungen und die digitale Affinität eine zentrale Rolle, inwieweit DiGA verordnet werden oder nicht. Demnach verschreiben die Behandelnden mehr als doppelt so häufig die digitalen Helfer, wenn sie selbst häufiger Gesundheits-Apps nutzen. „Junge Menschen finden tendenziell eher den Zugang zu DiGA, weil Apps bereits von früh auf zu ihrem Alltag gehören. Je mehr junge Behandelnde und eine neue Patientengeneration in den kommenden Jahren nachrücken, desto stärker dürfte auch die Zahl an DiGA-Verordnungen zunehmen“, so Barmer-Chef Straub. Dazu sei es aber wichtig, jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für den Einzug in die breite Versorgung zu setzen.

15.04.2024 DGA | Quelle: Barmer

Planetary Health

Planetary Health ist das neueste Konzept, welches sich mit den Zusammenhängen der Gesundheit der Menschen mit der des Planeten befasst. „Planetary Health erweist sich als sehr kraftvoll und bezieht neben den medizinischen Berufen Heilberufe wie Ergotherapeut:innen ein“, hebt Pia Rangnow eine der Besonderheiten hervor. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) ist ehrenamtlich in einer Arbeitsgruppe aus den verschiedenen Heilberufen aktiv. Gerade der ergotherapeutischen Arbeit ist im Kontext der Umwelt- und Klimakrise ein großes Potenzial beizumessen.

Der Begriff der planetaren Gesundheit geht zurück auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung in „The Lancet“, einer führenden medizinischen Fachzeitschrift. Der Artikel beleuchtet die Verkettung der Gesundheit des Menschen mit den planetaren Systemen und betont die gegenseitige Abhängigkeit. Es wird klar: Die Gesundheit aller Lebewesen – Menschen, Tiere, Pflanzen – ist untrennbar mit dem Zustand des Planeten Erde verbunden. Zudem wird in Frage gestellt, ob die in der Medizin erlangten Fortschritte genügen, um die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Menschen zu beheben, die auf die Zerstörung des Planeten zurückzuführen sind. Der Bericht hat vieles ausgelöst, weitere Impulse gegeben und insbesondere den Begriff „Planetary Health“ grundlegend definiert.

Klimawandel und Umweltkrise als die größte Bedrohung unserer Zeit begreifen Menschliche Aktivitäten können zur Erwärmung des Klimas sowohl im negativen als auch im positiven Sinne beitragen, indem sie Ressourcen verbrauchen oder schonen. Zugleich gibt es eine Wechselwirkung: Im gleichen Maß, wie Aktivitäten die Klimakrise weiter befeuern oder aufhalten können, hat der Klimawandel, beispielsweise durch das verstärkte Auftreten von Hitzetagen, einen Einfluss auf die Aktivitäten der Menschen. Ergotherapeut:innen fokussieren sich bei ihren Interventionen auf Aktivitäten – im ergotherapeutischen Fachjargon „Betätigungen“ genannt –, die den Alltag ihrer Patient:innen und Klient:innen ausmachen. Ergotherapeut:innen sind somit eine der prädestinierten Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die durch ihre Einstellung und ihr Handeln sehr viel bewegen können. Wer die Umwelt- und Klimakrise in ihrer Vielschichtigkeit begreift, wird seine Therapieoptionen entsprechend neu denken und die Angebote an Patient:innen und Klient:innen erweitern oder verändern.

Ergotherapeut:innen helfen, sich an die Auswirkungen der Klimakrise anzupassen Welche Möglichkeiten nutzen Ergotherapeut:innen, um die Werte aus Planetary Health in ihren Praxisalltag einfließen zu lassen? Eines der Ziele einer ergotherapeutischen Intervention ist, die Handlungsfähigkeit von Menschen zu stärken. Diese kann aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung eingeschränkt sein. Aber auch Hitze kann und wird in zunehmendem Maße die Handlungsfähigkeit einschränken. Eine Gefahr, um die einer Umfrage zufolge ein Großteil der Arbeitgeber:innen bereits heute wissen. Eine der Optionen von Ergotherapeut:innen ist an dieser Stelle, gemeinsam mit ihren Patient:innen und Klient:innen die Gestaltung des Alltags entsprechend neu zu denken und die Möglichkeiten zu besprechen, wie sich Tagesabläufe anpassen und anders strukturieren lassen. Und zwar so, dass die Menschen sich einerseits ausreichend schützen, andererseits aber auch ihren beruflichen Verpflichtungen ebenso ungefährdet nachgehen können, wie ihren privaten Interessen in der Freizeit. Auch Menschen – und das trifft insbesondere junge und jüngere – mit psychischen Problemen, die auf die Umwelt- und Klimakrise zurückzuführen sind, werden verstärkt in ergotherapeutische Praxen kommen. Ergotherapeut:innen können ihnen im Rahmen von Planetary Health mehr noch als zuvor extra Angebote für positive Betätigungen vorschlagen; Angebote, die gezielt der mentalen Gesundheit dienen, dabei möglichst wenig umwelt- und klimaschädlich sind und somit nicht nur der eigenen, sondern als Co-Benefit auch der planetaren Gesundheit zugutekommen.

Aktionen, Materialien, Unterstützung & Co. Die Arbeitsgruppe AG ErgoLogoPhysio von Health for Future/ KLUG, in der die Ergotherapeutin Pia Rangnow mitwirkt, bereitet für ihre Berufskolleg:innen verschiedene Materialien vor. Es wird Poster und mehr für die Praxen geben, unter anderem, um bei Interesse komplexere Zusammenhänge fundiert erläutern zu können. Auch um Grundsätzliches kann es gehen: Wer die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Handeln und den daraus resultierenden Folgen auf die planetare Gesundheit realisiert und versteht, wird einen neuen Blick auf den eigenen Alltag gewinnen. Dieser lässt sich an vielen Stellen umwelt- und klimafreundlich gestalten, angefangen von der eigenen Praxis, die etliche bereits nachhaltig reorganisieren, bis hin zum Einbeziehen von Patient:innen und Klient:innen, die ebenso wie Mitarbeitende Angebote oder manchmal sogar Belohnungen für emissionssparende Fortbewegung erhalten. Bestenfalls bewirken all diese Impulse eine Veränderung bei den Einzelnen. Die ist dringend nötig, denn, so die Ergotherapeutin Rangnow: „Eine Gruppe von Wissenschaftler:innen hat messbare Grenzwerte für die planetare Belastung definiert; von den neun beschriebenen planetaren Belastungsgrenzen sind schon heute sechs überschritten“.

Möglichst viele erreichen und gewinnen Überzeugt von der Dringlichkeit, mit der alle der Umwelt- und Klimakrise etwas entgegensetzen sollten, ist der in Deutschland maßgebliche Berufsverband der Ergotherapeut:innen, der DVE, umgehend aktiv geworden. „Der DVE informiert und unterstützt seine Mitglieder und ebenso alle Zusammenschlüsse oder Einrichtungen, die sich mit den Themen „Klimakrise“, „planetare Gesundheit“ und“ Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit“ befassen“, bestätigt Pia Rangnow. Es gibt auf der Homepage des Verbands einen eigenen Bereich, der sich Planetary Health widmet; zusätzlich werden Mitglieder über Neuigkeiten, Termine und vieles mehr verlässlich informiert. Ebenso erarbeitet und verbreitet der DVE, zukünftig auch in Kooperation mit weiteren Berufsverbänden aus dem deutschsprachigen Raum, Materialien für Aktionstage, die Ergotherapeut:innen beim Umsetzen des Konzepts „Planetary Health“ unterstützen können. Darüber hinaus ist der Spitzenverband, der mehr als 75000 Mitglieder bündelt, ein weiterer Kanal, um Aktuelles in Sachen Planetare Gesundheit auf den Weg zu bringen. Zeitgemäß zu sein und sich in der Ausrichtung ihrer beruflichen Tätigkeit an aktuellen Problemen zu orientieren, ist typisch für Ergotherapeut:innen. Diese Berufsgruppe richtet sich neben den individuellen Anliegen unter anderem auch an den jeweils gegenwärtigen gesellschaftlichen Problemen aus oder – wie bei der Umwelt- und Klimakrise – an globalen Bedingungen. Diese Haltung und ein generelles Interesse spiegeln sich nicht zuletzt in den hohen Teilnehmerzahlen bei entsprechenden Veranstaltungen und Fortbildungen. „Die Räume sind voll, ob beim Kongress oder sonstigen Anlässen“, bringt Rangnow es auf den Punkt.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

11.04.2024 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.



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